Michael Essmann

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1896    † 1942

 

Lebenslauf

Michael Essmann wurde am 28.11.1896 in Klagenfurt geboren. Er war Eisen­bahner in St. Veit/Glan. Er war eines von 13 Kindern und arbeitete nach der Volksschule als Knecht. Er war bei den Kinderfreunden und schloß sich schließlich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich an. 1916 war er Infanterist im 1.  Weltkrieg und an der italienischen und russischen Front. Ab 1921 war er Oberbauarbeiter bei den österreichischen Bundesbahnen.  

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 13. 9. 1941 wurde Michael Essmann verhaftet und am 25. 4. 1942 vom Reichskriegsgericht in Klagenfurt gemeinsam mit Maximilian Zitter, Andreas Waste, Ludwig Höfernig, Karl Zimmermann, , Peter Schlömmer, Josef Straubinger, Johann König und Richard Götzinger (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.6.1942 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte besitzt ein zum Auslandsempfang geeignetes Rundfunkgerät. Er bestreitet, mit ihm Feindsender abgehört zu haben. Das Gegenteil ist ihm nicht nachzuweisen. Dagegen steht für den Senat fest, dass Essmann mindestens einmal in der Wohnung des Angeklagten Schlömmer einen Auslandssender empfangen hat. (…) Der Angeklagte hat von zwei Mitangeklagten erfahren, dass und wie sie Beschädigungen an Bremsleitungen durchgeführt hatten: Zunächst hat ihm der Mitangeklagte Schlömmer erzählt, er habe in der Nacht vom 16. zum 17. 7. 1941 in Scheifling, St. Lambrecht und Neumarkt Dichtungsringe aus Bremsschläuchen entfernt und sie im Bahnhof Friesach vergraben und auf der Weiterfahrt nach Treibach-Althofen zwei Schläuche durchschnitten.“

Gedenktafel, Denkmal

Sein Name steht auf der am 30. 6. 1946 enthüllten Gedenktafel am Bahnhof in St. Veit, ebenso auf dem Denkmal am Friedhof in St. Veit/Glan.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof in St. Veit/Glan

Ursprünglich beerdigt am Wiener Zentralfriedhof (37-41-18); im April  1947 exhumiert und kremiert; im Mai 1947 am Friedhof in St. Veit/Glan beigesetzt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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